Samstag, 19. März 2011

Holi und andere Katastrophen...

Hey ihr Lieben - alles klar im fernen Deutschland? Kommt der Frühling so langsam??
Wir haben hier heute den Frühling gefeiert, denn heute war Holi, besser bekannt als "Festival der Farben"! Der Sinn ist uns wie immer etwas entgangen, aber die Action war dafür umso besser. Nach Schulschluss wurden schnell alte Klamotten angezogen, danach wurde sich bewaffnet, vorzugsweise mit leeren Flaschen und kleinen Eimerchen. Die wurden dann mit der selbstgekochten Rote-Beete-Farbe gefüllt, und los gings! Jeder gegen jeden, Farbe überall. Nach einer Stunde kreischen, rennen, nass machen und eingefärbt werden war der ganze Spaß leider schon wieder vorbei...das Ergebnis waren 3 durch und durch bunte und nasse Freiwillige sowie 40 nasse, bunte und lachende Kinder.
Ansonsten ist der Sommer angekommen. Die Temperaturen steigen fleißig weiter, wie weit - ich weiß es mangels Thermometer nicht, aber vom "Im Schatten sitzen und nichts tun" fängt man mittlerweile schon an zu schwitzen. Es ist also heiß. In der Schule beginnen nächste Woche die Examen, und ich hoffe das die Kids in meiner 6. Klasse es irgendwie hinbekommen, dieses Problem zu bewältigen, immerhin haben wir in den letzten 4 Wochen nichts anderes gemacht außer die Frage "How old are you?" zu beantworten. Also, wenigstens dass sollten sie jetzt langsam können.
Nächstes Wochenende ist mal wieder Besuch im Projekt, ein paar Schüler aus unserem Bundesstaat sollen kommen und bekommen ein Stipendium von unserem Trust. Unsere Aufgabe soll es sein, ihnen klar zu machen, dass Bildung nicht nur mit Schule zusammenhängt. Wie sagte unser Chef so schön? "Indian people are so stupid and think education can only be archieved through books. I hope you can show them that this is not true; in Europe people know that." Immer wieder schön wenn unser Chef seine Meinung über seine Mitmenschen äußert...
In etwas mehr als einer Woche wird Johannes in Bangalore landen, und dann werden wir gemeinsam auf Reisen gehen. Darauf freue ich mich schon sehr! Viel mehr ist hier im Moment auch wirklich nicht los; wir leben hier so unseren Alltag.
Happy Holi!

Sonntag, 27. Februar 2011

Impressionen

Manu

Kumar

Tejas


Shivananda

Ganga

5 von 62 Gründen, warum ich hier bin....




Mittwoch, 23. Februar 2011

Ein bisschen Alltag...

Mir ist aufgefallen, dass ich euch eigentlich immer nur über die spannenden Dinge informiere die hier so passieren, aber nie wirklich über den Alltag...
Nunja, eigentlich wollte ich das ändern, aber ganz ehrlich, so viel zum Alltag gibts echt nicht. Darum jetzt ein paar kleinere besondere Aktionen, die wir hier in der letzten Woche im Projekt so gemacht haben, also sozusagen "halber Alltag"!

Von links nach Rechts: Kumar, Tejas, Guru, Ganga, Gayatri, Taushiff, Shivananda, Manu und Manjula


Letzten Samstag waren Susanne, Kerstin und ich zusammen mit unserem Fahrer Putaswamy, unserer Köchin Manjula und 8 kleinen Kids im Zoo in Mysore. Die Kinder waren schon Tage vorher total aufgeregt, und als der große Tag dann endlich da war kannte die Freude keine Grenzen mehr. Wir sind früh morgens los; trotzdem wurde es natürlich im Zoo unglaublich heiß. Wir hatten ne Menge Spaß und haben viele Tiere gesehen - das unumstrittene Highlight war natürlich der Tiger - und am Ende des Tages saßen hinten im Auto 8 glückliche und total erschöpfte Kinder.


Am Mittwoch hatten wir frei, darum hatte unser Chef die Idee, in den nahe gelegenen Bandipur Nationalpark zu fahren. Also Lakshman, Lokesh, Padmanabagouwda, Satchin, Deepika, Durga, Putaswamy, Kerstin, Susanne und ich ins Auto und auf nach Bandipur! Als erstes haben wir dort eine Jeepsafari gemacht, dank "Vitamin B" völlig kostenlos. Die zwei kleinen Mädels haben die ganze Aktion verschlafen, sehr zum Spaß des Fahrers. Wir wachsamen Safariteilnehmer haben viele Tiere gesehen, unter anderem Wildschweine, Rehe, Pfauen, Mungusi und - wie könnte es anders sein - Elefanten!


Nachdem wir die Safari beendet hatten gings mit dem Auto ein bisschen in die Nilgiri Hills, um von dort aus den Sonnenuntergang zu beobachten. das Fernglas war auch dabei, und nach einigem Suchen haben wir noch ein paar wilde Bisons entdecken können.
Oben auf dem Berg wehte ein angenehm kühler Wind, und zusammen mit dem Ausblick war das ein wirklich schöner Abend.


Ansonsten nähern sich hier die End-Term-Examen und die großen Ferien, ebenso wie der Sommer. Tagsüber haben wir jetzt so um die 35°C, und auch wenn unser Chef uns heute früh erzählen wollte, dass es wirklich kalt ist im Moment, schwitze ich ganz schön viel.
Kerstin ist nur noch für eine Woche bei uns, dann wird sie Deenabandhu wieder verlassen, was wir gar nicht gut finden! Wir haben die kleine verrückte Schwedin in unser Herz geschlossen, Midsommar 2012 ist schon gemeinsam geplant, ebenso wie Oktoberfest 2011 ;)
Vor unserer Zimmertür ist in den letzten Wochen eine Bananenplantage entstanden, die Stauden sind allerdings noch klein, bis zur ersten Ernte dauert es wohl noch eine ganze Zeit.
Zum Thema Zeit...wir sind jetzt schon über 6 Monate hier, die Hälfte unseres Aufenthalts ist vorbei! Manchmal wunder ich mich schon ein wenig darüber wie schnell die Zeit vergeht!

Von links nach rechts: Gowdry (Büro), Pavarti (Büro) und Selvi (Hausmutter)

Die drei Damen habe ich neulich mal fotografiert, sie gehören nun wirklich zum Alltag. Gowdry ist noch nicht so lange hier, aber ich glaube all unsere älteren Jungs sind heimlich in sie verliebt, sie ist nämlich unglaublich hübsch! Pavarti ist die heimliche Chefin im Büro, sie hat hier alles unter Kontrolle. Ihre absolute Lieblingsbeschäftigung sind Kreutzworträtsel!!
Selvi ist Hausmutter bei uns, was bedeutet dass sie sich um die Kids kümmert. Ihre kleine Tochter wohnt auch bei uns im Projekt...

Habe ich eigentlich schon mal erwähnt, wie oft hier gebetet wird? Nein?? Also, morgens gegen 6 haben die Kinder Morgengebet, dann wird vor dem Frühstück gebetet, zum Unterrichtsbeginn in der Schule, vor dem Mittagessen, zum Unterrichtsende, am frühen Abend und zu guter letzt noch einmal vor dem Abendbrot. Ganz schön oft, oder??

Donnerstag, 10. Februar 2011

Hampi!

Am Wochenende war ich zusammen mit Philipp, Georg und Kerstin in Hampi. Dieser beschauliche kleine Ort liegt im Norden Karnatakas, mit dem Zug braucht man knappe 10 Stunden dort hin. Was es dort zu sehen gibt? Nun, zum einen alte Tempel, und davon ganz schön viele! Zum anderen eine unglaublich beeindruckende Landschaft- es sieht aus, als hätten ein paar Riesen mit Steinen gespielt und diese aus Spaß ein wenig gestapelt. Wirklich beeindruckend, sogar fast ein wenig beängstigend!


Donnerstags Abends haben wir uns in den Zug gesetzt (bzw. gelegt). Nach einer eher kurzen Nacht sind wir dann in Hampi angekommen. Der Ort an sich ist ziemlich schrecklich, ein künstliches Touristendorf. Aber es macht doch auch immer wieder Spaß, Hippies zu beobachten!
Am ersten Tag haben wir dann den einzigen noch aktiven Tempel Hampis so wie den nahegelegenen "Hausberg" mit den darauf zu findenden Ruinen besichtigt. Abends haben wir uns auf einen etwas höheren Berg gesetzt und den Sonnenuntergang bestaunt - eine sehr entspannte Angelegenheit.



Samstag haben wir uns dann Fahrräder gemietet; wir sind allerdings nicht sehr weit gekommen, denn nach ein paar Minuten haben wir beschlossen, einen kleinen Berg zu besteigen, wodurch die Fahrräder ziemlich überflüssig wurden. Auch egal, die Aussicht von oben war wirklich schön!


Sonntag haben wir es dann nochmals mit Fahrrädern versucht, und diesmal haben wir es auch wirklich geschafft, ein paar Kilometer zu fahren. Erst haben wir auf dem Weg die alte Königliche Siedlung zu besuchen, dort gab es Elefantenställe und Lustschlösser im "Indo-islamischen" Stil zu bewundern. Abgesehen davon natürlich haufenweise Touristen, indische sowie nicht-indische. Da ist mir wieder einmal aufgefallen wie anstrengend indische Touristen sind...ich dachte ja immer so eine deutsche Schulklasse im Museum wäre das Maß der Lustlosigkeit und Nerverei, aber indische Touristen toppen echt alles. Der Wahnsinn.
Nach unserer Fahrradtour waren wir alle irgendwie ziemlich kaputt, sechs Monate rumsitzen zeigen langsam Wirkung.


Am Montag haben wir erst noch ein wenig am Fluss entspannt, bevor wir dann wieder einmal zu den Fahrrädern gegriffen haben. Ziel war diesmal ein nahe gelegener Wasserfall. Der war zwar kleiner als gedacht, aber die Landschaft war einfach der Wahnsinn! Man hätte wohl auch schwimmen gehen können (und wir hatten auch durchaus Lust dazu, denn es war wirklich heiß!), aber da überall Inder rumstanden die nur darauf gewartet haben, dass sich ein paar weiße Mädels entkleiden und ins Wasser hüpfen, haben wir lieber darauf verzichtet und nur die Füße ein wenig erfrischt.


Abends gings dann wieder zurück zum Bahnhof und mit dem Zug "nach Hause". Zugfahren war wie immer ein Erlebnis, dieses mal hatte ich einen heiden Spaß dabei, den Mäusen beim rumlaufen zuzugucken... Leider war es so kalt im Zug, dass ich jetzt schon wieder eine dicke Erkältung habe. Echt blöd, denn es wird merklich heißer bei uns, und bei ca. 32°C mit Schal rumzulaufen ist nun wirklich nicht so toll.


Im Projekt geht alles seinen gewohnten Gang. Kleine Ausnahme ist Susanne: Sie hatte sich letzte Woche einen kleinen Dorn so tief in den Fuß getreten, dass dieser in einer kleinen Not-OP aus dem Fuß geschnitten wurde. Jetzt hat Susanne also eine Naht am Fuß und kann nicht wirklich laufen.
In der Schule stehen bald schon wieder die Examen an. Wir sind allerdings mittlerweile echt genervt von der Schule, weil einfach nichts funktioniert, nichts klappt, die Kinder lernen einfach nichts. Neulich habe ich in der 6. Klasse einen Test geschrieben, in dem die Kinder je einen Satz über ihren Namen, ihr Alter, ihre Stadt und ihre Hobbies schreiben sollten. Eigentlich nicht schwer....eigentlich!! Ganze 5 von 34 Kinder konnten das. Und dann sollen wir denen so Dinge wie Past Participle beibringen...der Wahnsinn! Da gibt es sinnvollere Dinge zu tun, zum Beispiel das Englisch vom Englischlehrer ein bisschen aufzubessern. Wäre da nicht das Problem, dass dieser einfach ständig fehlt und merklich keine Lust hat, sich von uns irgendetwas erklären zu lassen. Klar, er ist der Lehrer. Aber er ist auch erst 23 und hätte ein bisschen Englischunterricht nun wirklich nötig...
Aber auch wenn das jetzt ein wenig negativ klingt bin ich gerne hier. Die Kinder sind echt klasse, allein deswegen lohnt es sich, hier zu sein! :)